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11
August

Hochmodern: Analog – Canon EOS 30

Written by Matthias. 1 comment Posted in: Fotografie

Mit etwas Glück kann man bei ebay günstig an analoge Fotoapparate geraten. Sowohl alte Modelle wie die Agfa Box als auch die letztproduzierten und ausgereiften Spiegelreflexkameras sowie das passende Zubehör wird zahlreich feilgeboten. Zu meiner Pentax Z-10 gesellt sich seit einigen Tagen eine weitere Kleinbildfilm-Kamera: Eine Canon EOS 30. Soweit meine Recherchen im Internet stimmen, ist dieses Modell eine der letzten neuaufgelegten (Markteinführung 2000) Analog-Spiegelreflex von Canon. Entschieden habe ich mich letztlich für dieses Modell, weil auch die aktuellen Objektive der EF-Reihe, die auch an den aktuellen digitalen SLR-Kameras ihren Dienst verrichten, von der Canon EOS 30 unterstützt werden.

Wie so häufig gibt es ein kleines „Aber“: Viele Kit-Objektive, die bei den „günstigeren“ digitalen Spiegelreflexkameras beigelegt werden, werden von Canon als EF-S bezeichnet und unterscheiden sich von den EF-Objektiven darin, dass sie tiefer in das Kameragehäuse hineinragen. Bei den Crop-Kameras, die einen kleineren Bildsensor verbaut haben, und somit mit einem kleineren Spiegel auskommen, ist das kein Problem. Bei den Vollformat-Digitalkameras (wie z.B. der Canon EOS 5D Mark II) ist der Spiegel allerdings größer und würde an das Objektivbajonett der EF-S-Objektive schlagen – was freilich ziemlich ungesund für den Spiegel wäre und deswegen schon die Möglichkeit bei der Konstruktion verhindert wurde. Genauso verhält es sich mit allen analogen Kameras aus der EOS-Serie von Canon (auch die „günstigen“ Modelle): Da 35mm-Kleinbildfilm quasi immer „Vollformat“ ist, gilt für alle analogen EOS-Systeme: EF-Bajonett geht, EF-S bleibt den digitalen Crop-Kameras vorbehalten.

Da ich für die „normalen Brennweiten“ von meiner digitalen EOS 450D nur ein 18-55mm Objektiv mit EF-S-Bajonett besitze musste also noch ein zusätzliches Objektiv her. Aus diesem Grund habe ich zu der „neuen-alten“ SLR ein Canon EF 28-80mm 1:3.5-5.6 USM Zoomobjektiv erworben.

Desweiteren zu beachten ist die Stromversorgung: Während bei den aktuellen DSLR und auch den Kompaktkameras von Canon schon seit einigen Jahren generell ein spezieller Akku und ein passendes Ladegerät bereits im Lieferumfang der Kamera enthalten ist, benötigt die EOS 30 zwei CR123A-Batterien. Diese sind ebenfalls bei ebay für verhältnismäßig kleines Geld erhältlich – Nur war auf der Verpackung meiner Duracell-Batterien alles auf Kyrillisch …
Der Vollständigkeit halber sei zu erwähnen, dass es einen Batteriegriff BP-300 ebenfalls von Canon gibt, der auch die Benutzung von 4 AA-Batterien (oder Akkus) ermöglicht. Erstmal werde ich aber ausprobieren, wie weit ich mit den CR123A-Batterien komme.

Absolut ungewohnt ist die Bedienung der Kamera. Bei meiner digitalen EOS ist das meiste über das Menü zu erledigen ist und vieles geht intuitiv von der Hand. Bei der Analogen gibt es viele Schalter, Drehwählschalter und Knöpfe sowie ein kleines LCD-Display. Allseits viele Piktogramme, die teilweise auch von den DSLR bekannt sind. Dennoch – ein Blick in das Handbuch hilft hier weiter: Viele der Schalter und Piktogramme werden nun verständlich.

Rein vom Feeling macht die Kamera aber Spass – Ein schön massives Klackern vom Spiegel gibt ein „solides Gefühl“. Das mag Subjektiv und unwichtig sein, aber dennoch gefällt es mir :)

Zwei Besonderheiten seien noch erwähnt: Die EOS 30 ist eine der wenigen Kameramodelle mit „Eye Control“, einem System wo aus dem Auge des Fotografen der Punkt zur Focussierung „herausgelesen“ wird. Nach der Kalibrierung habe ich erste Probeaufnahmen mit diesem System gemacht – es funktioniert recht gut, schade dass Canon dieses System nicht weitergeführt und -entwickelt hat.
Desweiteren gibt es dieses Modell noch als Canon EOS 30 Date, die die Möglichkeit besitzt, ein kleines Digitaldatum mit in die Fotos „einzufotografieren“. Dieses Feature mag für gewisse Aufgaben sicherlich sinnvoll gewesen sein, allerdings würde ich es nie benutzen.

In den vergangenen zwei Tagen habe ich die ersten Fotos geschossen, direkt um die Haustür herum im heimischen Garten und umzu. Eingelegt ist einer der Ilford HP5 Plus 400, die ich vor kurzem erstanden habe. Sobald der Film vollgeschossen und entwickelt ist werde ich sehen, ob mein positiver Eindruck von dieser Kamera auch im Ergebnis überzeugt :)

 

One Response

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  1. andi

    Hallo, bin vor vielen Jahren von einer 3.000 N auf eine EOS 450D umgestiegen und nach ca. 6.000 Auslösungen immer noch sehr zufrieden. Als Nostalgiker hab‘ ich jetzt bei eBay eine EOS 30 erstanden und bin sehr gespannt, was mich erwartet.

    4. März 2015 at 21:53
    Antworten

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