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26
November

Der Cropfaktor

Written by Matthias. No comments Posted in: Fotografie, Technik

Immer wieder stolpert man bei den Spezifikationen der Digitalen Spiegelreflexkameras über den sogenannten Cropfaktor. Aber was ist eine Crop-Kamera? Was unterscheidet sie von einer Nicht-Crop-Kamera und was bedeutet das für mich?

Um das zu erklären, muss man wissen, woher die „allgemeingültigen“ Spezifikationen der gängigen digitalen Spiegelreflexkameras kommen: Nämlich vom Kleinbildfilm 135, bei dem das eigentlich abgebildete Bild auf dem Negativstreifen eine Größe von 24mm x 36mm hat. Dieses Format hat man auch bei den digitalen Spiegelreflexkameras als Grundlage genommen; Kameras mit einem Bildsensor im Format von 24mm x 36mm sind Vollformat-Kameras (z.B. viele Profiserien von Canon – EOS 1D, EOS 3D und EOS 5D). Alle anderen, bei denen ein Cropfaktor angegeben ist, haben einen kleineren Bildsensor – der Cropfaktor gibt das Größenverhältnis des Bildsensors zum Vollformat an.

Was bedeutet das im Klartext?

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In der Praxis bedeutet das erstmal, dass die Aufnahmefläche kleiner ist – ist ja logisch. In der Aufnahme auf der rechten Seite habe ich mal den Unterschied bei einem Cropfaktor von 1,6 (wie bei Canon üblich) eingezeichnet. Eine Vollformatkamera würde bei gleichem Abstand und gleicher Brennweite das komplette Motiv ablichten, eine Cropkamera nur den Bereich im roten Kasten. Und das ist schon ein gewaltiger Unterschied!

Um den Wert greifbar zu machen, kann man einfach die Brennweite mit dem Cropfaktor multiplizieren und man erhält das Verhältnis. Zum Beispiel benimmt sich mein 50mm-Festbrennweitenobjektiv an einer Cropkamera wie ein 80mm-Objektiv an einer Vollformatkamera (50mm * 1,6 = 80mm).

Aus diesem Grund produzieren die meisten Hersteller Objektive, die die „gängigen Modelle“ der Vollformatsysteme abblilden. Ein absolut gängiges Canon-Vollformatobjektiv ist ein 28-80mm-Zoomobjektiv. An einer Cropkamera betrieben entspräche es der Brennweite von rund 45-128mm, wäre also schon fast ein Teleobjektiv. Deswegen gibt es bei Canon das EF-S 18-55mm für die Cropkameras, welches fast genau die Brennweite des 28-80mm-Objektivs „emuliert“.

An den Objektiven (auch an denen, die speziell für Cropkameras entworfen wurden – bei Canon ist das die Reihe EF-S) steht generell die korrekte Brennweite ohne den Cropfaktor zu berücksichtigen. An den muss man einfach selbst denken.

Nun mag man darüber streiten, ob dies für einen selbst Negativ ist. Möchte man mit einer Cropcam extrem weitwinklig fotografieren, muss man auf extrem kleine Brennweiten zurückgreifen, wenn nicht sogar auf ein Fisheye-Objektiv. Möchte man häufiger mit einem Teleobjektiv arbeiten, kommt man schnell in große Brennweiten, dem Cropfaktor sei Dank.

Desweiteren sei zu beachten, dass manche Objektive, die auf Cropkameras optimiert sind (bei Canon alle der bereits erwähnten EF-S-Objektive) konstruktionsbedingt nur an Cropkameras passen (darüber hatte ich bereits an anderer Stelle geschrieben). Möchte man also seine Objektive auch an analogen Gehäusen oder digitalen Vollformatkameras nutzen, muss man ggf. auf die Crop-optimierten Objektive verzichten.

Ich hoffe, dass dies der/dem einen oder anderen helfen konnte :)

Anmerkung: Man mag mir jetzt vorwerfen, ich würde nur aus der Canon-Welt berichten. Leider kenne ich mich bei den anderen Herstellern nicht so gut aus, da ich mir nicht auch noch einen kompletten Nikon-, Pentax- oder Sony-Fuhrpark daheim hinlegen mag (allein schon aus Kostengründen ;) ). Daher sollte man sich im Internet schlaulesen und im Fachgeschäft gut beraten lassen!

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