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15
April

Super Nintendo – Kontaktpflege

Written by Matthias. No comments Posted in: Retrogaming

Nachdem ich den Spielständen bereits auf die Sprünge geholfen habe, gab es noch eine Kleinigkeit an den Spielmodulen zu erledigen: Die Reinigung der Kontakte. Nach nunmehr rund 15 bis 20 Jahren sind die Kontaktflächen verdreckt und oxidiert, was sich negativ auf die Bildqualität auswirkt bis hin, dass das Spiel schlichtweg nicht starten will.

Dazu gibts auch hier (wie immer) ein Tutorial auf Youtube:

Den Schraubendreher habe ich mir bereits für den Batterieumbau geleistet und dank einer kleinen Spende des Herrn T. habe ich nun eine uralte Dose Kontaktreiniger. Den Kontaktreiniger großzügig auf den Kontakten der freigelegten Plantine verteilt und nach kurzer Einwirkzeit (das Zeug verflüchtigt sich sonst) mit Q-Tips gründlich die Kontakte poliert. Die komplette Platine zu reinigen macht aus technischer Sicht keinen Sinn, daher habe ich das sein lassen.

Kontaktreiniger und Gamebit-Schraubendreher

Kontaktreiniger und Gamebit-Schraubendreher

Im August 2011 habe ich mir mein erstes Super Nintendo Entertainment System (SNES) zugelegt – gute 15 Jahre „zu spät“. Es reizten mich auch lediglich zwei Spielmodule, die ich mir auf den diversen Flohmärkten hier in der Umgebung zugelegt habe: „Super Mario World“ und „Legend of Zelda: A Link To The Past“. Voller Begeisterung habe ich also an den wenigen freien Abenden vor meinem alten Röhrenfernseher gesessen und bin fleißig vor allem durch die Welt Hyrule (Zelda) gerannt. Nachdem die Hälfte des Spiels bereits geknackt war, waren jedoch mit einem Schlag die Spielstände weg: Die Batterie, die die Spielstände in der Cartridge erhält, war nach rund 15 Jahren endgültig leer.

Nochmal soweit zu spielen kam zu dem Zeitpunkt für mich nicht infrage (weil mir vor allem die Lust dazu fehlte), daher habe ich das SNES und die beiden Spielmodule erstmal wieder beiseite gestellt und mich wichtigeren Dingen gewidmet. Das Problem mit der leeren Batterie habe ich allerdings schon zur damaligen Zeit ergoogled, nur ausgetauscht habe ich sie damals noch nicht. Dazu erstmal ein Video:

Wie es funktioniert ist also erklärt, nur wie elegant man es umsetzt ist die andere Frage. Die Idee mit dem Batteriehalter für die CR2032 fand ich ziemlich gut, daher habe ich aus einem defekten Mainboard einen solchen Batteriehalter ausgelötet (die Batterie dafür hatte ich also auch gleich zur Hand), die alte Batterie aus dem Zelda-Modul herausgelötet und den Batteriehalter über zwei Kabel mit der Platine verbunden. Da ich Klapperlösungen aber nicht mag, habe ich den Batteriehalter mit Heißkleber im Modul fixiert – die einfachste, kostengünstigste und eleganteste Lösung, die mir dazu einfiel. Die Speicherstände funktionieren wieder hervorragend … vielleicht setze ich mich in der nächsten Zeit doch wieder vor den Fernseher und befreie Zelda …

Cartridge innen - Platinenfront

Cartridge innen – Platinenfront

Cartridge innen - Platinenrückseite

Cartridge innen – Platinenrückseite

Cartridge innen - Fertig

Cartridge innen – Fertig

Spielmodul Zelda

Spielmodul Zelda

06
März

2013-03-06 - intel_backdoor.exeDa ich aktuell ein wenig Spielzeug zum testen auf ebay sammle, schlug ein Intel Express 460T-Switch bei mir daheim auf. Das Ding wartet mit 24 Fast Ethernetports auf, hat einen Modulschacht für diverse Glas- und Kupfermodule und ist managebar. Wie so häufig bei ebay-Käufen ist die Hardware zwar technisch in Ordnung aber an die Passwörter erinnert sich typischerweise niemand mehr, erst recht nicht, wenn die Hardware (wie in diesem Fall) schon älteren Datums ist.

Reset-Prozeduren sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aufwendig, bei manchen gibts einen kleinen Schalter (z.B. HP ProCurves), bei anderen ist zumindest die serielle Konsole frei zugänglich und bei anderen muss man sogar bei der seriellen Konsole schon etwas tricksen (z.B. Cisco). Ekelhalft wird es nur in den Fällen, wo man eben auch darüber nicht drankommt.

Das Handbuch erzählt in diesem Fall auch nichts Neues, daher wurde eifrig Google bewegt und ich wurde fündig: Auf dieser Website gibt es dieses schicke kleine Kommandozeilentool, welches aus der MAC-Adresse ein Backdoor-Passwort generiert, das nur auf der seriellen Konsole (Benutzername leer lassen) funktioniert. Dann fix in das Benutzermanagement auf dem Switch und sämtliche Benutzer herausgelöscht, damit man sich mit leeren Zugangsdaten wieder einloggen kann.

27
Januar

Bubble Bobble-Kissen

Written by Matthias. No comments Posted in: Nähen

Endlich wieder nähen.

Projekt: Ein Kissen
Stoff: Vorhanden

Also los :D

Als Vorlage dient die Stickvorlage von dieser Seite. Stoff habe ich schon vor längerer Zeit bei Quilt it! in Oldenburg erworben, dazu passendes Bügelvlies auf dem bereits ein Raster aufgedruckt ist. Mit Rollmesser und Schablone fix die passenden Quadrate ausgeschnitten und dann nach Vorlage auf dem Bügelvlies verteilt.

2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 01Die Rasterung auf dem Bügelvlies ist allerdings nur 11 x 17 Quadrate groß, also muss man ein wenig aneinanderstückeln. Insgesamt werden 400 Stoffquadrate auf den Vliesstreifen verteilt2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 02. Ein Streifen unbedrucktes Zeitungspapier habe ich daruntergelegt, damit man das Raster, welches auf der Rückseite des Vlies aufgedruckt ist, besser erkennen kann.

Danach alles auf’s Bügelbrett getragen (zwei weitere helfende Hände sind durchaus sinnvoll) und zuerst ohne Dampf die Stücke fixiert, danach mit Dampf endgültig mit dem Bügelvlies verbunden. Dank der umfangreichen Ausrüstung, die mir zur Verfügung steht, hatte ich das unverschämte Glück, zwei Bügelbretter zusammenstellen zu können um alles „am Stück“ bügeln zu können.

Nach dem Bügeln die Ränder des Vlies abgeschnitten und alles zusammengelegt. Erster Eindruck:

2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 03

Nun werden zuerst die einzelnen Vliesstücke zusammengefügt, danach wird zuerst in einer Richtung alles an den jeweiligen Schnittkanten umgeknickt und mit Füßchenbreite vernäht:

2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 04  2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 06 2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 05

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen …

2013-01-26 - Bubble Bobble-Kissen 07

Nach dem Bügeln schrumpft das Bild in einer Richtung schonmal gewaltig zusammen, in meinem Fall wird ein Eierkopf draus:

2013-01-26 – Bubble Bobble-Kissen 08 2013-01-26 – Bubble Bobble-Kissen 09

Als nächstes (wen wunderts) die andere Richtung auf gleichem Wege miteinander vernähen. Dabei quält sich sicherlich die eine oder andere Nähmaschine durch’s Material, liegen doch mehrere Schichten aufeinander. Selbst meine Bernina 1030 klingt dezent anders, wenn man über die dickeren Knubbel drüberrast …

2013-01-26 – Bubble Bobble-Kissen 10

Nach dem Bügeln ist das Seitenverhältnis wieder korrekt, aber das Endprodukt gewaltig geschrumpft.

2013-01-26 – Bubble Bobble-Kissen 11 2013-01-26 – Bubble Bobble-Kissen 12

Diese Woche wird noch die Kissen-Rückseite mit Reißverschluss dahintergenäht und fertig ist das Kissen. Ich hoffe, dass die zukünftige Besitzerin ähnlich viel Freude daran hat, wie ich an meinen beiden „Originalen“ :)

Bubble Bobble-Kissen (Originale)

PS: Wer das Spiel nicht kennt, hier ein 2p-Longplay der Amigaversion von 1987 (!)

20
Dezember

Weihnachten

Written by Matthias. No comments Posted in: Allgemein

Von vielen Seiten höre ich, ich wäre ein Grinch – dabei weiß ich erst durch Wikipedia, was das überhaupt ist. Es ist Dezember, genauer gesagt der 20.12.2012 – ein Tag vor’m Weltuntergang. Von allen Seiten – besonders auf Facebook – wird man von lächerlich-witzigen Weltungergangsbildern oder mit einer über’s Knie gebrochenen Weihnachtsfröhlichkeit beschossen. Immerhin ist die Weihnachtsdeko bei meinen Eltern, die große Geschenketombola, die Weihnachtsfeier und der Flurfunk in der Firma sowie das Internet meine einzige Kontaktfläche mit dem deutschen Weihnachtswahn. Radio höre ich schon seit Jahren nicht mehr, selbst im Auto hat TMC mittlerweile den zwischenzeitlich eingeblendeten Verkehrsfunk abgelöst, an dessen Anfang und Ende man entweder noch ein auslaufendes Musikstück oder die übliche Larifari-Moderation von gezwungen witzigen Radiosprechern hört. Mein Satellitenreceiver ist seit Jahren defekt und wird aus Prinzip nicht ersetzt, also fällt das Medium „Glotze“ auch aus. Selbst das auf zwanzigmal recyceltem Bolivianischem Urwald gedruckte Hetzblatt unserer Gegend hier lese ich nicht.

Trotzallem habe ich bereits einmal den Hass eines jeden kulturfähigen Individuums durch meine Ohren plärren lassen müssen: Wham – Last Christmas. Da jault eine – damals noch schlanke – Schmalzlocke im 80er-Outfit eine Liebesgeschichte im Weihnachtskontext an „die einzig Wahre“ und bekennt sich Jahre später als stockschwul.

Eine einzige Werbepause auf dem hochmodernen TFT-Fernseher meiner Eltern hat gereicht, meine Entscheidung „doch keinen neuen Receiver zu kaufen“ zu bestätigen. Da wurde „Santa Claus“, „Santa Claus 2“ und gleich noch „Santa Claus 3“ (allesamt mit Tim Allen) angekündigt … hätte einer nicht gereicht? Alle mir bekannten, mehr oder minder vollständig gesehenen Weihnachtsfilme lösen – dank der in Coca Cola-Rotweiß, Gold und Fichtengrün gehaltenen Farben – ein Gefühl in mir aus, vergleichbar mit Süßigkeiten, die so ekelhaft süß sind, dass einem davon die Zähne schmerzen.

Bei dem Durchqueren dessen, was in meinem Heimatkaff „Innenstadt“ genannt wird, kratzen krüpplige, hastig geschmückte Tannen an dem Lack meines Autos. Menschen eilen von Geschäft zu Geschäft und machen das, was ihnen von den Medien suggeriert wird: Kauft teure Geschenke um zu zeigen, wie lieb ihr Eure Mitmenschen habt. Am Wochenende verstopfen genau diese Menschen unser penetrant verspätetes Schienenverkehrsnetz um sich in größeren Städten dem Alkohol zu widmen – im eigenen Heimatkaff erledigt man dies ja nach den Weihnachtseinkäufen auch schon auf dem schäbigen Kleinstweihnachtsmarkt mit Glühweinstand, Pommesbude, Krippe und Harlemtonne in der Woche.

Morgen ist der letzte Arbeitstag für mich dieses Jahr. Einen Arbeitseinsatz werde ich zwischen den Feiertagen noch von zuhause aus erledigen, aber morgen Mittag um Zwölf schiebe ich für dieses Jahr meinen Schreibtischstuhl in der Firma das letzte Mal unter den Schreibtisch und dort wird er die kommenden drei Wochen auch bleiben. Morgen Nachmittag ist Firmenweihnachtsfeier, und ich muss gestehen, dass ich mich darauf sogar freue. Essen, trinken, den jahresabschließenden Worten unseres Chefs zuhören und mit den Kollegen auch mal über mehr als nur dienstliches reden.

Dennoch ist mir nicht weihnachtlich zumute. Ehrlich gesagt empfinde ich nicht aus dienstlicher Sicht (und den damit verbundenen Jahresplanungen, Inventuren und Feiertags-Vertretungsplänen) den Dezember als DEN widerlich stressigsten Monat überhaupt. Schlimmer empfinde ich es, dass man von vielen Seiten unfreiwillig in Beschlag genommen wird und mehr oder minder gezwungenermaßen am Weihnachtstrubel teilnehmen muss. Jeder Verein muss noch seine Weihnachtsfeier „mit dem Nikolaus für die Kleinen“ feiern, wo sich Vati später an der Theke eben doch die Rübe dichtschüttet, die entferntere Verwandtschaft besinnt sich auf einmal, dass es einen noch gibt und selbst ein paar Menschen aus meinem Freundeskreis versuchen mich leidlich irgendwie von dieser ganzen Weihnachtsgeschichte zu überzeugen.

Ab morgen mache ich aber Weihnachten. Auf meine ganz eigene Art und Weise.

Nicht, dass dies irgendwas mit dem Fest als solches zu tun hätte, aber irgendwie glaube ich, ich fülle den Sinn eben dieses Festes doch recht gut aus. Ich werde mich ausruhen, es mal „etwas langsamer angehen lassen“ und mich um mich selbst kümmern. Gestern habe ich mir bei Amazon noch ein wenig trashige Science-Fiction-Literatur bestellt, ein paar Bücher liegen in unterschiedlich weit gelesenem Zustand noch in meiner Wohnung herum, diverse Kleinbildfilme zum Fotografieren liegen im Flur, nächste Woche Donnerstag geht es mit Michi und meiner Mutter auf das Deine Lakaien-Konzert nach Bochum und mit S. habe ich schon einige Abende zum Feiern verplant.

Weihnachten, so habe ich über die vergangenen Jahre für mich herausgefunden, bedeutet nicht Tim Allen im Fernsehen und ein fetter, weißbärtiger Mann mit Coca-Colafarbenem Bademantel; Weihnachten bedeutet für mich „zur Ruhe kommen“. Das größte Geschenk, was ich mir dieser Tage machen werde ist, dass ich mich um mich selbst kümmern werde – lesen, feiern, fotografieren, ausruhen – zu mir selbst zurückfinden: Advent heißt Ankunft – und ich habe meine eigene Definition dafür gefunden.

26
November

Der Cropfaktor

Written by Matthias. No comments Posted in: Fotografie, Technik

Immer wieder stolpert man bei den Spezifikationen der Digitalen Spiegelreflexkameras über den sogenannten Cropfaktor. Aber was ist eine Crop-Kamera? Was unterscheidet sie von einer Nicht-Crop-Kamera und was bedeutet das für mich?

Um das zu erklären, muss man wissen, woher die „allgemeingültigen“ Spezifikationen der gängigen digitalen Spiegelreflexkameras kommen: Nämlich vom Kleinbildfilm 135, bei dem das eigentlich abgebildete Bild auf dem Negativstreifen eine Größe von 24mm x 36mm hat. Dieses Format hat man auch bei den digitalen Spiegelreflexkameras als Grundlage genommen; Kameras mit einem Bildsensor im Format von 24mm x 36mm sind Vollformat-Kameras (z.B. viele Profiserien von Canon – EOS 1D, EOS 3D und EOS 5D). Alle anderen, bei denen ein Cropfaktor angegeben ist, haben einen kleineren Bildsensor – der Cropfaktor gibt das Größenverhältnis des Bildsensors zum Vollformat an.

Was bedeutet das im Klartext?

Bitte vergrößern

In der Praxis bedeutet das erstmal, dass die Aufnahmefläche kleiner ist – ist ja logisch. In der Aufnahme auf der rechten Seite habe ich mal den Unterschied bei einem Cropfaktor von 1,6 (wie bei Canon üblich) eingezeichnet. Eine Vollformatkamera würde bei gleichem Abstand und gleicher Brennweite das komplette Motiv ablichten, eine Cropkamera nur den Bereich im roten Kasten. Und das ist schon ein gewaltiger Unterschied!

Um den Wert greifbar zu machen, kann man einfach die Brennweite mit dem Cropfaktor multiplizieren und man erhält das Verhältnis. Zum Beispiel benimmt sich mein 50mm-Festbrennweitenobjektiv an einer Cropkamera wie ein 80mm-Objektiv an einer Vollformatkamera (50mm * 1,6 = 80mm).

Aus diesem Grund produzieren die meisten Hersteller Objektive, die die „gängigen Modelle“ der Vollformatsysteme abblilden. Ein absolut gängiges Canon-Vollformatobjektiv ist ein 28-80mm-Zoomobjektiv. An einer Cropkamera betrieben entspräche es der Brennweite von rund 45-128mm, wäre also schon fast ein Teleobjektiv. Deswegen gibt es bei Canon das EF-S 18-55mm für die Cropkameras, welches fast genau die Brennweite des 28-80mm-Objektivs „emuliert“.

An den Objektiven (auch an denen, die speziell für Cropkameras entworfen wurden – bei Canon ist das die Reihe EF-S) steht generell die korrekte Brennweite ohne den Cropfaktor zu berücksichtigen. An den muss man einfach selbst denken.

Nun mag man darüber streiten, ob dies für einen selbst Negativ ist. Möchte man mit einer Cropcam extrem weitwinklig fotografieren, muss man auf extrem kleine Brennweiten zurückgreifen, wenn nicht sogar auf ein Fisheye-Objektiv. Möchte man häufiger mit einem Teleobjektiv arbeiten, kommt man schnell in große Brennweiten, dem Cropfaktor sei Dank.

Desweiteren sei zu beachten, dass manche Objektive, die auf Cropkameras optimiert sind (bei Canon alle der bereits erwähnten EF-S-Objektive) konstruktionsbedingt nur an Cropkameras passen (darüber hatte ich bereits an anderer Stelle geschrieben). Möchte man also seine Objektive auch an analogen Gehäusen oder digitalen Vollformatkameras nutzen, muss man ggf. auf die Crop-optimierten Objektive verzichten.

Ich hoffe, dass dies der/dem einen oder anderen helfen konnte :)

Anmerkung: Man mag mir jetzt vorwerfen, ich würde nur aus der Canon-Welt berichten. Leider kenne ich mich bei den anderen Herstellern nicht so gut aus, da ich mir nicht auch noch einen kompletten Nikon-, Pentax- oder Sony-Fuhrpark daheim hinlegen mag (allein schon aus Kostengründen ;) ). Daher sollte man sich im Internet schlaulesen und im Fachgeschäft gut beraten lassen!

02
November

Flohmarktfünde – Leica mini II

Written by Matthias. No comments Posted in: Fotografie

Letztes Wochenende war Thomasmarkt in Vechta. Also warm eingepackt und los.

Für sage und schreibe 1,00€ wechselte eine Leica mini II samt zugehöriger Tasche in meinen Besitz – für den Preis kann man ja nichts falsch machen. Film lag keiner mehr drin, dafür ist die Batterie (CR123A) noch gut und zumindest dem provisorischen Test vor Ort hielt die Kamera schonmal Stand. Auch sonst ist sie optisch gut in Schuss, lediglich das Batteriefach ist mit einem Streifen Klebeband fixiert und wird es wohl auch in Zukunft bleiben müssen: Gebrauchsspuren.

Fix daheim einen 12exp-Film eingelegt und die ersten Fotos geschossen, als ich nachmittags mit Sascha nochmals über den Flohmarkt tigerte. Mittlerweile sind die Bilder entwickelt und gescannt, die Kamera macht gute Fotos, Verschlusszeiten passen … ein Glücksgriff.

Die Kamera kommt mit einer 35mm Festbrennweite daher, Blende f/3.5 aufwärts. Viel einzustellen gibt es nicht, lediglich Blitz an/aus und das Databack (dessen Knopfzelle – CR 2025 – leer war und die ich deswegen ersatzlos entfernt habe) kann konfiguriert werden. Das Objektiv fährt ein kleines Stück heraus ansonsten gibt es an der Kamera nicht viel zu beachten. „Druffdrücken, Foto machen“ ist die Devise – und damit wird die Leica mini II zu meinem zukünftigen analogen Reisebegleiter, wenn eine Spiegelreflex aus irgendwelchen Gründen nicht in Frage kommt.

Das Foto ist aufgenommen mit einem Mahn UP100+ und entwickelt in Caffenol.

09
Oktober

Caffenol

Written by Matthias. No comments Posted in: Fotografie

Canon EOS 30, Mahn UP100+, Caffenol

Seit einiger Zeit setze ich mich ja mit der Analogfotografie auseinander und habe mein Equipment hier ja bereits teilweise vorgestellt. Aber die Kamera ist nur der erste Teil, der Film der Zweite, und die dritte Komponente in der Kette ist das Entwickeln und somit die Chemie, die dafür verwandt wird. Meinen ersten Schwarzweißfilm habe ich in Caffenol entwickelt und auch heute nutze ich die „Pampe“ immernoch sehr gern, auch wenn mir mittlerweile höherwertigere Chemikalien zur Verfügung stehen.

Das Rezept findet sich im Internet, die Zutaten gibt es bei dm (Waschsoda und Vitamin C) und Lidl (der namensgebende Kaffee, in diesem Falle „Granarom Kräftig“ – wobei sich mir die Frage stellt, ob dieses Zeug wirklich jemand trinkt ;) ); nur für das optionale Kaliumbromid habe ich mir die Hacken in den örtlichen Apotheken abgelaufen. Letztlich habe ich mir eine völlig überdimensionierte 1kg-Dose bei ebay gekauft, weil ich anders nicht fündig geworden bin – aber es geht auch ohne Kaliumbromid. Lediglich den Fixierer, den man nach dem eigentlichen Entwicklungsvorgang benötigt und die Entwicklerdose muss man im Fachhandel beschaffen, auch hier hilft das Internet.

Die ersten Entwicklungen waren bei mir mit etwas Lampenfieber garniert, danach stellt sich etwas Routine ein. Geht man das Entwickeln gut koordiniert an, dürfte man einen Durchgang in knapp über einer Stunde erledigt haben. Dabei wird die Produktivität von der Größe der Entwicklerdose bestimmt, die es in unterschiedlichen Größen auch Gebraucht im Internet zu finden sind (ich habe eine Dose mit zwei Spulen für Kleinbildfilme, die Spulen lassen sich auch verstellen für einen Rollfilm).

Canon EOS 30, Ilford FP4+ 125, Caffenol

Die Bestandteile werden getrennt in Wasser aufgelöst, lediglich das Vitamin C und das Kaliumbromid kann man schon gemeinsam auflösen. Während sich die Bestandteile in Wasser lösen, kann man die Filme aus der Filmpatrone in völliger Dunkelheit nehmen und einspulen – erst wenn die Entwicklerdose komplett verschlossen ist, kann man wieder das Licht anschalten. Ich dunkele dafür meine Küche komplett ab, alternativ kann man auch einen sogenannten Wechselsack kaufen, einen lichtdichten Stoffsack mit Gummizug-Löchern für die Hände. Eine Anleitung für das Einspulen findet man idealerweise bei Youtube. Grade dieses Video beschreibt den kompletten Vorgang inclusive der Chemie recht gut.

Der eigentliche Entwicklungsvorgang beschränkt sich dann auf kippen, warten, kippen, warten … eine Viertelstunde kann so schonmal recht lang werden, aber das nimmt man gern in Kauf. Dann den vorbereiteten Fixierer einfüllen und auch hier gelegentlich kippen oder schwenken. Während man beim Entwickler über den Kipprhythmus das Bild beeinflussen kann (bei Caffenol fällt das noch nicht so stark aus, bei besserer Chemie können die Unterschiede allerdings recht drastisch ausfallen), ist mir das beim Fixierer noch nicht aufgefallen. Allerdings sollte man auch hier die Zeiten recht präzise einhalten.

Canon EOS 30, Ilford HP5+ 400, Caffenol (Fotografiert von Flemo)

Während der Caffenol-Entwickler nur einmal benutzbar ist, ist der Fixierer öfters verwendbar. Der Fixierer ist Sondermüll und kann kostenlos beim örtlichen Entsorger abgegeben werden. Es lohnt sogar für den Entsorger den Fixierer zum recyceln weiterzugeben, da dort die Silberionen der Filmemulsion gelöst sind.

Nach dem Fixieren und dem Spülbad zum Trocknen aufgehängt, kann man schonmal schauen, ob man korrekt gearbeitet hat. Ein Scanner mit Durchlichteinheit digitalisiert das belichtete Material und invertiert mit dem richtigen Programm die Farben, so dass aus dem Negativ auf dem Bildschirm endlich das Positiv sichtbar wird. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm nach Wahl kann man nun noch nach Geschmack Helligkeit und Kontrast nachregeln und die Ränder zuschneiden – fertig ist das digitalisierte, analoge Foto.

Das Entwickeln des Negativs ist natürlich nur ein kleiner Teil der Möglichkeiten, die sich bei der Analogfotografie bieten. Ausbelichten auf Fotopapier, Cyanotypie, Doppelbelichtung, pushen oder pullen von Filmen … es gibt noch reichlich Spielraum zum Austoben. Man hat wesentlich mehr Faktoren, die den Bildausdruck beeinflussen, als ein digitaler Bildsensor bietet.

Ich bin jedenfalls noch gespannt auf die Dinge, die da noch kommen werden :)

02
Oktober

Mittelaltermärkte erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Menschen erliegen hierzulande dem Reiz der romantisierten Vergangenheit unseres Landes. Wenn man sich mit den unterschiedlichen Gestalten auf den Märkten unterhält, so hört man unterschiedlichste Gründe, warum man die ganze Anstrengung auf sich nimmt. Das fängt natürlich bei denen an, die über Partner oder Partnerin hineingerutscht sind, dann gibt es einfach nur neugierige Menschen, Interesse an alten Fertigkeiten wie Schwertkampf oder Handwerk, die Mittelalter-Romantiker und, und, und.

Ich bin vor einigen Jahren über den Schwertkampf an das mittelaltern gekommen und habe vor allem den Handwerklichen Aspekt schätzen gelernt. Meine Gewandung ist größtenteils selbst genäht, Lederarbeiten stehen auch schon auf dem Plan und mit Holz habe ich immer schon gern gearbeitet. Und die Märkte, an denen ich dieses Jahr teilnehmen durfte, waren auch sehr schön – der Grund, warum ich nächstes Jahr mit meiner Truppe, den „Schergen des Bischofs von Osnabrück“ aus Fürstenau, an den ersten Märkten mit eigenem Lager teilnehmen möchte.

Die ersten Erfolge haben wir auch schon zu verbuchen: Dreimal gab es in Fürstenau schon das „Spectaculum“, für das wir von den Fürstenauer Nachtwächtern (Fremdenführer) engagiert wurden und dort für die Schaueinlagen sorgten. Auch einen großen Teil des Schauspiels haben wir übernommen und sind von Mal zu Mal besser geworden.

Ins Mittelaltern kann man nicht „mal eben so“ einsteigen. Wie so Vieles ist das Nachspielen des Mittelalters zumindest für mich eine Entwicklungssache. Am Anfang nahm man ein (geliehenes) Schaukampfschwert in die Hand und schlug beim Training auf seinen Trainingspartner ein. Dann kam die Auseinandersetzung mit den historschen Hintergründen – viel, sehr viel Lesen, das Internet und auch die örtliche Universitätsbibliothek sind hilfreich, andere Literatur muss man für klingenden Euro in Buchform bestellen.
Grade das Thema „Authenzität“ ist für Viele ein ganz großes Problem: Die einen tun so, als würden sie die Schafe selbst züchten, aus deren Wolle ihre Mittelaltergewandung ist und weben und nähen von Hand, die anderen denken da eher praktisch und verwenden aktuelles Material und nähen mit Maschine. Selbst wenn man bei den diversen Händlern seine Ausrüstung zusammenkauft, darf man laut Reglement auf den meisten Märkten mitlagern. Grund genug zum Streiten ist „das böse A-Wort“ für viele Heerlageristen allemal.

Mittlerweile spiele ich eine fiktive Figur mit einer fiktiven Geschichte, die aber recht stramm an den historischen Fakten und damaligen Bräuchen und Sitten festgemacht ist. Unsere Truppe ist die Burgbesatzung der Fürstenauer Festung im Jahr 1376 und innerhalb unserer Reihen bin ich der Kirchenvogt Conrad von Oldenburg. Als heimgekehrter Kreuzzügler König Peters des I. hat meine Figur also auch schon etwas von der Welt gesehen und auch durchaus sein Amt verdient. An soeiner Figur kann man dann seine Ausrüstung und Gewandung ausrichten, was einem, wenn man zumindest einen kleinen Authenzitätsanspruch hegt, das Leben wesentlich erleichtert.

Für das Mittelaltern brauchts also an viel Eigeninitiative, Durchhaltevermögen und einen gewissen Spieltrieb. Auch ist es sinnvoll, wenn Freunde dieses Hobby teilen, denn Vieles ist allein garnicht zu stemmen. Alternativ kann man sich einer bestehenden Truppe anschließen – genug Gruppen gibt es hierzulande jedenfalls. Kontaktfreudig sollte man auch zu anderen Lageristen oder Händlern sein, denn man wird zumindest auf den Märkten viele Menschen kennenlernen.

Wen jetzt auch das Interesse packt, darf mich gern fragen. Ich helfe gern, wo es mir möglich ist.

Euer Conrad von Oldenburg

14
September

Wasserhahn

Written by Matthias. No comments Posted in: Haus & Hof

Ganz ehrlich, diesmal ist mir kein besserer Titel für den Eintrag eingefallen, weil’s einfach so banal ist. Dennoch poste ich hier mal, weil ich meinen Blog auch ein kleinwenig als Möglichkeit sehe, anderen den Schrecken vor gewissen Arbeiten zu nehmen. So diesmal der Einbau meines neuen Wasserhahns in meine Spüle, nachdem der alte Wasserhahn nach über 32 Jahren so verkalkt war, dass sich der Knopf für Heißwasser nurnoch mit Gewalt und der Knopf für Kaltwasser garnicht mehr drehen ließ.

Beim Ausbau ist eigentlich meist noch alles einfach. Eckhähne an der Wand zudrehen, vorsichtig mit ’nem passenden Maulschlüssel (in meinem Falle 19er) die alten Leitungen abschrauben und dann mit viel Gewalt das Dingen aus der Spüle biegen. Eine Puksäge half in diesem Fall ungemein – ich habe die Anschlussrohre einfach unterhalb der Verschraubung abgesägt.

Danach sollte eigentlich der neue Wasserhahn sofort wieder eingebaut werden, ging aber nicht: Das vorhandene Loch in der Spüle, welches mein Vater vor 32 Jahren mit Bohrmaschine und Feile dort hineingefummelt hat, ist nicht mal groß genug um die neuen Anschlussschläuche hindurchzuziehen. Also war an dem Abend nix mehr zu holen und ich habe das Thema für ein paar Tage verschoben.

Gestern bin ich dann zum Obi gefahren (liegt fast auf meinem Heimweg von der Arbeit), weil man dort laut Internet für eine kleine Gebühr ein Stanzeisen für das passende Loch leien kann – weit gefehlt: „Bauen sie die Spüle aus, dann schneiden wir Ihnen das für 5,00 € hier hinein.“ – Nein danke, die Spüle baue ich nicht aus, da muss es eine andere Lösung geben.

Heute habe ich dann unseren Stammklempner angerufen, bei dem ich dann fix ein Stanzeisen Ø 37mm ausleihen konnte. Im Internet steht was von Ø 32mm bis 35mm, aber 37mm würde (nach der Erfahrung des Herrn Klempnermeisters) hundertprozentig funktionieren.

Dieses Stanzeisen besteht aus zwei Teilen, die mit einer Schraube „ineinandergeschraubt werden“, ähnlich einem Locher. In dem unteren Teil ist ein Gewinde, mit dem man den inneren Teil dann durch das Blech „ziehen“ kann. Sofern in der Spüle noch garkein Loch vorhanden ist, bohrt man mit einem normalen Metallbohrer ein Loch in der Größe der Schraube vor und setzt dann das Stanzeisen auf:

Danach dann mit dem Schraubenschlüssel fleißig geschraubt und langsam frisst sich das neue Loch in die Spüle. Der Vorteil an diesem Stanzeisen liegt auf der Hand: Die Oberfläche verbiegt sich nicht, weil der obere Teil flach auf dem Blech aufliegt, das Loch ist wirklich rund und das Material ermüdet nicht an der Stelle.

Nun musste nurnoch die Spüle um das Loch herum ordentlich mit Stahlfix saubergemacht werden und der Dreck, der sich unter dem alten Wasserhahn gesammelt hatte mit einem Messer vorsichtig abgekratzt werden. Danach (nach Anleitung) den Wasserhahn montiert und die Schläuche angeschlossen, das ist nicht so schwer und sollte für wirklich jeden machbar sein. Zu erwähnen sei noch, dass die Eckhähne in der Wand meistens nicht ganz viel aushalten, deswegen sollte man da nicht allzuviel dran herumbrechen. Generell gilt einer der ältesten Sprüche der Handwerker: Nach Fest kommt Ab – nach Ab kommt Arbeit.

Da der Schlauch für Kaltwasser auch noch 2cm zu kurz war, habe ich von dem alten Wasserhahn noch eine Verlängerung abgebaut, saubergemacht und wieder angebaut. Das alles sieht nun so aus:

Eckhähne aufgedreht und alles auf Leckagen überprüft, damit soetwas wie an der Wand zu sehen nicht wieder passiert. Heißwasser, Kaltwasser … super, ich habe in meiner Küche wieder fließend Wasser. Am Wochenende wird beim Küchenputz noch fix mit Stahlfix die ganze Spüle geschrubbt und alles sieht wieder aus wie neu :)

PS: Aus dem Problem mit dem Kühlschrank habe ich gelernt – die Anleitung des Wasserhahns klemmt nun unter der Spüle, da stehen nämlich auch noch Reinigungstipps drin ;)