Anmelden
14
September

Wasserhahn

Written by Matthias. No comments Posted in: Haus & Hof

Ganz ehrlich, diesmal ist mir kein besserer Titel für den Eintrag eingefallen, weil’s einfach so banal ist. Dennoch poste ich hier mal, weil ich meinen Blog auch ein kleinwenig als Möglichkeit sehe, anderen den Schrecken vor gewissen Arbeiten zu nehmen. So diesmal der Einbau meines neuen Wasserhahns in meine Spüle, nachdem der alte Wasserhahn nach über 32 Jahren so verkalkt war, dass sich der Knopf für Heißwasser nurnoch mit Gewalt und der Knopf für Kaltwasser garnicht mehr drehen ließ.

Beim Ausbau ist eigentlich meist noch alles einfach. Eckhähne an der Wand zudrehen, vorsichtig mit ’nem passenden Maulschlüssel (in meinem Falle 19er) die alten Leitungen abschrauben und dann mit viel Gewalt das Dingen aus der Spüle biegen. Eine Puksäge half in diesem Fall ungemein – ich habe die Anschlussrohre einfach unterhalb der Verschraubung abgesägt.

Danach sollte eigentlich der neue Wasserhahn sofort wieder eingebaut werden, ging aber nicht: Das vorhandene Loch in der Spüle, welches mein Vater vor 32 Jahren mit Bohrmaschine und Feile dort hineingefummelt hat, ist nicht mal groß genug um die neuen Anschlussschläuche hindurchzuziehen. Also war an dem Abend nix mehr zu holen und ich habe das Thema für ein paar Tage verschoben.

Gestern bin ich dann zum Obi gefahren (liegt fast auf meinem Heimweg von der Arbeit), weil man dort laut Internet für eine kleine Gebühr ein Stanzeisen für das passende Loch leien kann – weit gefehlt: „Bauen sie die Spüle aus, dann schneiden wir Ihnen das für 5,00 € hier hinein.“ – Nein danke, die Spüle baue ich nicht aus, da muss es eine andere Lösung geben.

Heute habe ich dann unseren Stammklempner angerufen, bei dem ich dann fix ein Stanzeisen Ø 37mm ausleihen konnte. Im Internet steht was von Ø 32mm bis 35mm, aber 37mm würde (nach der Erfahrung des Herrn Klempnermeisters) hundertprozentig funktionieren.

Dieses Stanzeisen besteht aus zwei Teilen, die mit einer Schraube „ineinandergeschraubt werden“, ähnlich einem Locher. In dem unteren Teil ist ein Gewinde, mit dem man den inneren Teil dann durch das Blech „ziehen“ kann. Sofern in der Spüle noch garkein Loch vorhanden ist, bohrt man mit einem normalen Metallbohrer ein Loch in der Größe der Schraube vor und setzt dann das Stanzeisen auf:

Danach dann mit dem Schraubenschlüssel fleißig geschraubt und langsam frisst sich das neue Loch in die Spüle. Der Vorteil an diesem Stanzeisen liegt auf der Hand: Die Oberfläche verbiegt sich nicht, weil der obere Teil flach auf dem Blech aufliegt, das Loch ist wirklich rund und das Material ermüdet nicht an der Stelle.

Nun musste nurnoch die Spüle um das Loch herum ordentlich mit Stahlfix saubergemacht werden und der Dreck, der sich unter dem alten Wasserhahn gesammelt hatte mit einem Messer vorsichtig abgekratzt werden. Danach (nach Anleitung) den Wasserhahn montiert und die Schläuche angeschlossen, das ist nicht so schwer und sollte für wirklich jeden machbar sein. Zu erwähnen sei noch, dass die Eckhähne in der Wand meistens nicht ganz viel aushalten, deswegen sollte man da nicht allzuviel dran herumbrechen. Generell gilt einer der ältesten Sprüche der Handwerker: Nach Fest kommt Ab – nach Ab kommt Arbeit.

Da der Schlauch für Kaltwasser auch noch 2cm zu kurz war, habe ich von dem alten Wasserhahn noch eine Verlängerung abgebaut, saubergemacht und wieder angebaut. Das alles sieht nun so aus:

Eckhähne aufgedreht und alles auf Leckagen überprüft, damit soetwas wie an der Wand zu sehen nicht wieder passiert. Heißwasser, Kaltwasser … super, ich habe in meiner Küche wieder fließend Wasser. Am Wochenende wird beim Küchenputz noch fix mit Stahlfix die ganze Spüle geschrubbt und alles sieht wieder aus wie neu :)

PS: Aus dem Problem mit dem Kühlschrank habe ich gelernt – die Anleitung des Wasserhahns klemmt nun unter der Spüle, da stehen nämlich auch noch Reinigungstipps drin ;)

Seit vier Jahren steht ein solches Schmückstück von Kühlschrank in meiner Küche und friert bzw. kühlt mir Speisen und Getränke zuverlässig auf die gewünschte Temperatur.

Da ich gestern Filme zum Entwickeln einspulen wollte und dafür in der Küche totale Dunkelheit brauche, ist mir aufgefallen, dass durch die Dichtung meines Kühlschranks Licht flackert.
Die Frage, ob auch Nachts oder bei geschlossener Tür das Licht im Kühlschrank brennt ist wohl eine bekannte Frage aus der eigenen Kindheit und mittlerweile würde man ob der Antwort müde grinsen. Aber in meinem Kühlschrank brennt wirklich Licht … auch nachts und bei geschlossener Tür. „Da muss doch der Türkontakt defekt sein“ denkt man sich und holt den Torx-Schraubendreher aus dem Werkzeugkoffer. Am Schalter ist allerdings alles in Ordnung und die Schaltung im Inneren der Licht-Thermostat-Schalterkombi war zwar übersichtlich, aber doch etwas komplexer.

Also Tante Google befragt und mal nach den Liebherr-Kühlschränken gefahndet. Das Problem mit dem flackernden Licht wurde bereits in mehreren Foren behandelt, aber Foren sind für derartige Informationen ja eher schlechte Ratgeber – über das Thema Foren könnte ich mal einen ganz eigenen Artikel verfassen – und so hangelte man sich an vielen „Das ist kaputt, hat der noch Garantie?“-Aussagen zu ein paar wertvollen Infos durch.

Schließlich und endlich wurde ich fündig. Das flackernde Licht ist kein Defekt, sondern gewollt – es ist eine Heizung! Meinen Gesichtsausdruck zu dieser Information kann man sich vielleicht vorstellen: WTF?

Dieser Artikel gibt eine recht detaillierte Beschreibung, was da eigentlich im Inneren des Kühlschranks passiert. An der Lampe vorbeigeführt wird der Messfühler des Thermostats, welcher durch die Lampe geheizt wird. Dadurch wird dem Thermostat eine höhere Temperatur vorgegaukelt, so dass der Kühlschrankkompressor früher anspringt, als er es ohne diese Beheizung tun würde. Auf diesem Wege werden die Temperaturen im Tiefkühlfach und auch in dem normalen Kühlfach tiefer gehalten.

Schuld an diesem Betrieb ist der (auf dem Foto zu sehende) Schalter neben dem Thermostatregler, bezeichnet mit „CoolPlus“. Ist dieser eingeschaltet, wird der Messfühler (und so der ganze Innenraum des Kühlschranks) beheizt. Schaltet man ihn ab, herrscht wieder gruftige Dunkelheit im Kühlschrank – bei geschlossener Tür und auch Nachts. Um „CoolPlus“ zu kompensieren, habe ich den Thermostat einfach eine Stufe kälter gestellt – das soll wohl auch reichen und obendrein auch noch Strom sparen.

Ich verstehe nicht, wie man in Zeiten, in denen filigranste Mikrocontrollertechnik für Centbeträge verhökert wird, solche Pfuschlösungen unter die Kunden bringen mag. Ich bin zwar kein Fachmann für Kühlschranktechnik, bin mir aber sicher, dass man dies für geringe Produktionsmehrkosten hätte erheblich intelligenter und stromsparender lösen können.

Fazit: „CoolPlus“ ist aus. Und es bleibt aus. Laut Internet soll diese Funktion im Handbuch sogar beschrieben sein, aber wer liest schon Handbücher – zumindest von seinem Kühlschrank?

PS: Meinen Kühlschrank muss ich nach der Schraubaktion von gestern erstmal saubermachen und abtauen kann ich ihn in dem Zuge auch gleich mal.

 

08
September

Das heutige Projekt hat erstmal weniger mit Fotografie, denn mehr mit Bastelei zu tun. Bei ebay gibt es schon seit längerem die „DIY LOMO Camera Science Twin Lens Reflex TLR 35mm Camera Holga Lomo Recesky DC67“, welche zwar überhaupt keine Lomo und auch keine Holga ist, aber für den zarten Preis von 12,99 € an meinen Spieltrieb appeliert. In der Artikelbeschreibung steht folgendes:

Beschreibung:

Eine schöne DIY (Do-It-Yourself)-Kamera, die alles, was lomo darstellt. Wir lieben die Idee, eine Kamera, nimmt nicht nur tolle Fotos, aber es ist auch eine, die Sie bekommen, um selbst zu bauen.
Genießen Sie die DIY Spaß, was mehr ist, neue Freunde kennenlernen, weil viele Menschen Lomo-Kamera-Fan sind.
Unter Bild auf der Höhe der Taille, um den Sucher zu verwenden.
Kann Mehrfachbelichtungen zu tun.
Inklusive Montage-Werkzeug und eine Rolle von erforderlicher Schichtdicke für Ihre Bequemlichkeit.

Technische Daten:

  • Blende: f/11
  • Verschlusszeit: 1 / 125 Sekunde
  • Mehrfachbelichtungen
  • Fokus-Einstellbereich: 50 cm bis unendlich
  • Nehmen die 35mm-Film
  • Material: ABS-Kunststoff
  • Farbe:Schwarz

Hinweis:

Bitte lesen Sie die Bedienungsanleitung sorgfältig durch, bevor DIY der Kamera, es gibt keine Retail-Zubehör für den Austausch.
Sie können die Montage in einem Video auf YouTube suchen.

Paket enthalten:

1 x Set DIY Kamera Zubehör
1 x Handbuch Englisch

(mehr …)

01
September

„Eh, das is‘ voll retro, eh!“

Written by Matthias. 4 comments Posted in: Allgemein

Jedem, der sich frei in dieser Welt bewegt, wird aufgefallen sein, dass dieser Tage alles „retro“ ist. Alles, was schonmal da war, sei es Hello Kitty, die „Marlene-Hose“ für Sie oder „The Rythm Of The Night“ (welches im Original 1993 von Corona herausgebracht wurde und dieser Tage als Neuauflage von Cascada im Radio dudelt) wird wieder aus der Asservatenkammer geholt, abgestaubt, bekommt einen neuen Anstrich und wird wieder in klingelnde Münze gewandelt.

Natürlich kann soeine Neuauflage unterschiedliche Hintergründe haben. Grade in Randgruppen, die nicht so extrem den aktuellen Modeeinflüssen unterliegen, kann beispielsweise ein Remix oder ein Cover eines Titels auch eine Hommage an das Original sein. Innerhalb der Popkultur unterstelle ich hingegen Ausschlachtung wo möglich – des schnöden Mammons wegen.

Dabei fällt mir immer mehr auf: „Sagmal, fällt denen nichts Neues mehr ein?“ – In den paar Minuten am Werktag, die ich bei meiner Fahrgemeinschaft zur Arbeit Radio höre, stelle ich immer häufiger fest, dass häufig schon die vierte oder fünfte Neuauflage eines gewissen Titels aktuell sind. Besonders störend, wenn der Titel schon im Original nervig war und nun mit aalglattem Beat unterlegt wieder meine Geduld penetriert.
Das gleiche gilt für die Mode. Gnadenlos bedient man sich an den Kleidungsstilen aus den 80ern, 90ern oder wo man sonst noch meint, was „wiederauflebenswert“ wäre. Vor keiner Szene wird halt gemacht, Punk, Glamrock, Hippies … sogar das Bild des pickligen Nerds mit Hornbrille (zu meiner Jugendzeit nannte man die noch „Freaks“) wurde mittlerweile zur Modeikone erhoben und nennt man heutzutage wohl Hipster.

Dabei fällt zumindest mir eins auf: Alle wollen hip sein, individuell und sich bewusst vom Mainstream abgrenzen – dabei rennt man in seiner vermeintlichen Individualität doch wieder (wie ein Lemming) den anderen hinterher. Wäre man wirklich individuell, müsste man sich ob seiner Kleidung, seines Musikgeschmacks oder seiner Lebensgewohnheiten ja gegebenenfalls vor anderen erklären … wer will das denn schon?

Wirklich neue Stile erfinden, das ist den wenigen kreativen Menschen auf der Welt vorbehalten, die für soetwas eben das Händchen und die nötigen Ideen haben. Mich stört es auch überhaupt nicht, eine „Richtung“ gefunden zu haben, die die Welt nicht neu erfindet. Ich mag Art déco und Bauhaus, den victorianischen Stil (und auch den Steampunk) und die Architektur der Gotik, die Mode und Designs aus den USA und Europa der 50er Jahre und die Mode und Musik der 20er und 30er Jahre (letztere wird in einer wunderbaren Art und Weise bis heute vom Palastorchester mit ihrem Sänger Max Raabe gelebt). Auch verschiedene Szenen bringen schöne Modeeinflüsse mit – vom neoromantischen Schwarzvölkler bis hin zum Raver.

Was mich wirklich stört, ist das gnadenlose Ausschlachten und immer-wieder-aufkochen von Dingen, die es schlichtweg nicht wert sind. Es nerven die ach-so-individuellen Ignoranten, die den vielleicht wirklich individuellen Kleidungsstil ihrer Mitmenschen dann aber nicht tolerieren wollen und die obendrein die kulturellen Hintergründe ihrer eigenen feschen Retroklamotten nicht kennen (siehe: Palituch).

So erwarte ich mit stoischer Geduld, dass die ekelhaften Diddl-Mäuse wieder reaktiviert werden (vermutlich so in 10 Jahren), Nena im Rollstuhl ihre NDW-Hits aus den 80ern zum dritten, vierten und fünften Mal wieder versilbert und die widerlichen Karottenhosen aus den 80ern wieder Mode werden … achne, die gibts ja schon wieder ;)

31
August

schwarzvolk.net(t)

Written by Matthias. No comments Posted in: EDV, Schwarze Szene

Seit dem 28. August ist offiziell schwarzvolk.net online. Die Idee dazu existierte schon länger, nur mein Antrieb, es endlich umzusetzen, hat sich lange Zeit in den tiefsten Abgründen versteckt. Dank der kleinen Michi nimmt das Projekt und endlich Gestalt an. Wohin das ganze führen wird, werden wir sehen, die (vor langer Zeit entstandenen) Ideen sind ohne gute Grafiker und Web-Coder leider (noch) nicht umsetzbar. Auch fehlen jegliche journalistische Kenntnisse. Aber der Anfang ist gemacht :)

 

22
August

Sipdroid

Written by Matthias. No comments Posted in: EDV

Schon vor eingen Jahren habe ich mich mit Asterisk (CAPI zu IP) auseinandergesetzt, weil mir in meiner Wohnung die nötige TK-Verkabelung fehlt und ich meine Telefone deswegen einfach über IP angeschlossen habe. Das funktioniert bislang recht anständig und mein Tiptel IP 286 und das Cisco 7912 verrichten einwandfrei ihren Dienst. Besonders positiv fällt die Freisprechfunktion bei dem Tiptel auf, welches wirklich klar und ohne Nebengeräusche funktioniert.

Das ist nichts Neues und bei mir langzeiterprobt: Weiterempfehlenswert.

Seit längerem lungert auf meinem HTC One X Sipdroid herum, welches ich bislang zu faul war, einzurichten. Heute Abend überkam mich endlich mal die Motivation – und sieheda, auch das funktioniert über WLAN hervorragend.

Was mich allerdings wirklich begeistert: Ich habe Sipdroid auf meinem ausrangierten HTC Desire installiert, welches ich nach seiner Außerdienststellung ohne SIM-Karte als Wecker und Mini-Surfkiste am Bett liegen hatte. Mit Sipdroid ist das Telefon wieder ein Telefon und spielt nun „Schnurlostelefon“ in meiner Wohnung. Spannend ist nurnoch, wie sich Sipdroid auf dem HTC Desire auf den Akkuverbrauch auswirkt.

Die schwarze Szene gibt es ja schon eine ganze Weile. In den 80ern waren die „Gothics“, wie sie gern neudeutsch genannt werden, in den Medien noch die bösen Satanisten, auch wenn sie mit Satanismus häufig nichts am Hut hatten. Gern wurde mal mit rituellen Symbolen provoziert – Pentagramm, Drudenfuß und Petruskreuz sind bis heute für viele Außenstehenden die Symbole des Bösen und werden klassischerweise bis heute mit der schwarzen Szene assoziiert, auch wenn viele, der verwendeten Symbole sogar aus der kirchlichen Umgebung stammen. Das hat früher keinen Szeneanhänger gestört und das tut es bis heute nicht – ansonsten wäre man in der falschen Szene.

Was sich über die Zeit geändert hat, ist die Vielfalt, die es mittlerweile in der Szene gibt. Wave, Synthiepop und EBM gab es schon in den 80ern, das ist die Musik, mit der ich aufwuchs. „Die 80er“ gehören auch heute auf die meisten schwarzen Parties – Depeche Mode, Camouflage und andere Bands aus der Zeit wird man häufig hören. In den 90ern entwickelte sich die elektronische Musik, Bands wie And One und VNV Nation traten auf den Plan. Sie entwickelten die musikalischen Spielarten der Bands aus den 80ern weiter und entwickelten die schwarze Szene weiter. Das ist freilich nur ein Minimalausschnitt aus dem Musikportfolio, aber es veranschaulicht, wie sich Musik entwickeln – und Musik Szene entwickeln kann.
Natürlich kamen auch völlig neue Musikrichtungen hinzu – aus dem Metal kam der Gothic-Rock mit Paradise Lost und Danzig. Allgemein pflegen die meisten Metaller und das Schwarzvolk ein gutes Verhältnis. Auch Modeeinflüsse wurden ausgetauscht.
Elemente aus dem Techno schwappten in die schwarze, elektronische Musik und umgekehrt. Der Industrial wurde weiterentwickelt und entwickelte auch seine verschiedenen Spielarten.

Das alles ließe sich hier sicherleich noch ewig weiterführen, würde aber den Rahmen sprengen.

Das war alles gut und ist bis heute alles gut. Auch wenn man mal eine Musikrichtung oder eine Band nicht mag, in den meisten Fällen haben sie sicherlich ihre Daseinsberechtigung in der Szene. Selbst die Anleihen im Hardcore und im Mittelalter-Rock mögen viele Schwarze hassen, wie der Vampir die Sonne – aber auch darüber sollte man vorsichtig urteilen.

Eine Entwicklung der letzten Jahre, ist kaummehr zu übersehen: Viele Modeerscheinungen werden unvoreingenommen einfach übernommen – egal, wie gut sie noch in die Szene passen, oder nicht. Die Cyber machten den Anfang, sie wurden mittlerweile mehr oder weniger gut zwischen den Wavern, Neoromantikern und EBMern untergebracht. Allerdings ist es zumindest für mich fragwürdig, wie gut Cosplay und Visual Kei noch in die Szene passen – und wann die zugehörige Musik mit der Brechstange in das Schwarzprogramm eingefügt wird.

Eine andere Sache ist der Steampunk. Als mich die ersten Fotos aus der damals noch jungen und engagierten Mode über das Internet erreichten, war der Steampunk noch allertiefster Untergrund. Zumindest mir war der Steampunk auf Anhieb sympathisch, er passte für meinen Geschmack zur schwarzen Szene. Als Ergänzung zu den schwarzen Neoromantikern und Wavern, kreativ und originell. Coppelius trat bei den ersten Gothicfetivals ins Rampenlicht. Dann kam der Abstieg – nicht wegen Coppelius – sondern weil der Steampunk Mainstream wurde. Die Kreativität kommt mittlerweile von der Stange und es wird versucht, dem Steampunk ein gewisses Regelwerk aufzudrücken.

So kommen die Moden und gehen wieder. Jede Mode bringt ihre Musik und ihre Anhänger mit. Aber eines haben diese Punkte gemein: Sie bringen neue Menschen in die schwarze Szene. Das ist grundsätzlich erstmal eine gute Entwicklung, anders würde die Szene irgenwann aussterben.

Aber: Zuviele (junge) neue Gesichter verändern zur Zeit zu massiv die Szene. Was dabei leider viel zu kurz kommt, ist die Mentalität, die sich die Szene über lange Zeit bewahren konnte. Die Beschäftigung mit Musik, Kultur, Mode, Geschichte, Esoterik und Philosophie interessiert viele „neu hinzugekommene“ nicht mehr. Die „Kids“ wollen anders sein und schocken. Sie flüchten sich in eine Szene, die wesentlich mehr Hintergrund hat als „krasse Musik“ und schwarze Kleidung – aber damit setzen sie sich nicht mehr auseinander. Während man grade in den 80ern schon ein wenig elitär sein musste, um „Grufti“ zu sein, wird es heute – müde lächelnd – einfach hingenommen; es ist „chic“ geworden. Die allgemeine Emo-Welle, die mit der schwarzen Szene außer gewisser Mode-Anleihen nicht viel gemein hat, und die Verkommerzialisierung in den Medien macht den Gothic salonfähig.

Fazit: „Schwarz sein“ beginnt im Kopf und nicht mit der Umstellung von Kleiderschrank und Musiksammlung. Was „Schwarz sein“ genau bedeutet, muss jeder für sich selbst klären. Aber es muss aus eigenem Antrieb heraus passieren und nicht, weil es grade „angesagt“ ist. Das ist das, was viele altgediente Szenegänger heute vermissen – so auch ich.

16
August

Plastikbomber: Canon EOS 500

Written by Matthias. No comments Posted in: Fotografie

So manch einem wird es bei der Stöberei bei ebay ähnlich gehen, wie mir: „Oh, das läuft nicht mehr lange, da hat noch niemand drauf geboten, da biete ich mal ’nen Euro mit.“ Noch mehr verwundert es dann, wenn man auch noch den Zuschlag erhält und der Versand das teuerste am ganzen Artikel ist. Auf diesem Weg kam ich an meine Canon EOS 500 für 35mm-Kleinbildfilm mit EF 35-80mm USM Zoomobjektiv.

Bis heute habe ich die Reihenfolge der Nummernvergabe bei den analogen EOS-Modellen nicht verstanden, allerdings waren auch zu damaliger Zeit die dreistelligen Typenbezeichnungen das, was man am ehesten als „Consumer-SLR“ bezeichnen würde. Zweistellig ist „Prosumer“ und einstellig Profi. Zumindest in diesem Bereich hat sich bis heute bei Canon nichts geändert.

Legt man den heutigen Maßstab der Einsteigermodelle bei Canon an (die Typen haben vierstellige Kennungen), müsste die EOS 500 eigentlich EOS 500000 sein: Alles ist Plastik, sowohl Gehäuse als auch Bajonett – sowohl im Gehäuse als auch am Objektiv. So, wie sie daherkommt, wirkt der Ultraschallmotor am Objektiv irgendwie fehl am Platze – wünschte ich mir doch den USM an anderen Objektiven …

Wenige Bedienelemente und ein winziges LCD-Display reduzieren die Technik auf die Basics. Die Kamera ist leicht und bedingt durch die Anzahl der Bedienelemente äußerst übersichtlich. Ein einziger Focuspunkt im Zentrum der Optik steht dem Fotografen zur Verfügung, ansonsten das von Canon gewohnte Bild: Ein kleines Display im Sucher informiert über die wichtigsten Informationen – Verschlusszeit, Blende und ein kleiner Belichtungsmesser ist integriert. Das Gleiche, was auch auf den Display oben auf der Kamera angezeigt wird.

Energie bezieht die EOS 500 aus zwei CR123A-Batterien, ob es einen Batteriegriff dafür gibt, weiß ich nicht. einen Batteriegriff BP-8 gibt es zu der Kamera auch, dieser wird mit vier Standard-AA-Batterien oder Akkus bestückt.

Fazit: Die Canon EOS 500 fühlt sich billig an. Das Objektiv ebenfalls. Dennoch macht sie einen stabilen Eindruck. Aber solange sie vernünftige Bilder macht, ist sie als Einstieg in die Analogfotografie für manch einen vielleicht aufgrund des Preises interessant. Grade bei diesem Modell mag der Anfang mit Vollautomatik über erste Experimente mit Teilautomatik bis hin zum vollmanuellen Fotografieren recht einfach sein, da sich diese Kamera nicht mit allzuviel Schnickschnack aufhält.

Bei mir wird sie zwar nie der „Star“ werden, allerdings wird sie als leichte Reisekamera bzw. Zweitsystem sicherlich noch einige Bilder auf Film bannen.

Ebenfalls bei ebay erstanden ist dieses Wunderwerk russischer Ingenieurskunst: ЗЕНИТ-ET – ZENIT-ET. Die 35mm-Kleinbildkameras aus sowjetischer Produktion waren bereits zu Zeiten des Kalten Krieges auch in den westlichen Ländern verkauft worden, wenn auch unter anderem Namen: In Deutschland wurden die Systeme als „Revueflex“ bei Quelle verkauft, u.a. zu erkennen an dem „Made in U.S.S.R.“ am Gehäuseboden der Kameras. Die Zenit E-Reihe wurde bereits in den 1960er Jahren aufgelegt und in einer übersichtlichen Anzahl an Varianten in großen Stückzahlen bis in die 1980er Jahre produziert.

Anfangs noch mit dem M39-Objektiv-Schraubgewinde der Zenit-3M ausgerüstet wurde recht bald auf das zu der Zeit weitverbreitete M42-Schraubgewinde umgestellt, so dass man heute eine große Auswahl an Objektiven verschiedenster Hersteller auf dem Gebrauchtmarkt findet. Deswegen ist an meiner Sowjetkamera ein japanisches Cosina 50mm 1:1.8-Festbrennweitenobjektiv angeschraubt, ziemlich international also.

Die Kamera ist vollmechanisch. Autofocus oder sonstigen „neumodischen Kram“ sucht man bei diesem massiven Stück Metall vergeblich. Die einzige elektrische Einrichtung an der Kamera ist eine Selenzelle mit einer analogen Anzeige als Belichtungsmesser, die aufgrund des Alters getrost als tot abgeschrieben werden kann. Die Belichtungsmessung muss also „extern“ vorgenommen werden um Blende und Verschlusszeit richtig wählen zu können.

Meine Zenit kam an den Rückdeckelkanten ziemlich angerostet bei mir an, feines Schmirgelpapier und Ballistol schufen Abhilfe um den Fortschritt des Zerfalls aufzuhalten. Zugegebenermaßen hätte das bei den verbauten Materialstärken allerdings noch seine Zeit gedauert :)

Auch sonst habe ich die Kamera vorsichtig gereinigt und die Funktionen überprüft – dank des übersichtlichen Aufbaus ist das kein größeres Problem. Nicht immer sind die Mechaniken bei den Zenit-Kameras noch komplett intakt.

35mm-Filme habe ich noch genug, demnächst geht es mit dem Schmuckstück auf Tour ;)

 

Vor über zehn Jahren (noch zu D-Mark-Zeiten) habe ich mir gebraucht vom örtlichen HiFi- und Fernsehmenschen – seinerzeit noch unter dem namensgebenden Besitzer – gebraucht meinen Nordmende Futurasound 72 Röhrenfernseher gekauft. Seitdem hat mich meine „alte Röhre“ zuverlässig unterhalten.

Da ich schon seit Jahren nach Möglichkeit auf jeglichen Fernsehkonsum außerhalb meiner DVD-Sammlung verzichte und mein Satellitenreceiver eh den Dienst quittiert hat, habe ich es nicht für nötig erachtet, mir einen neuen TFT-Fernseher zuzulegen. Für die Playstation 2, das Super Nintendo und meinen DVD-Player war das vorhandene Gerät immer völlig ausreichend, zumal ich die meisten DVDs eh am Rechner schaue.

Vor einigen Monaten fasste ich den Entschluss, mir keine weiteren DVDs zuzulegen, da die Preise für BluRay-Discs mittlerweile das Niveau der DVDs eingenommen haben und ich nur ungern weiterhin in veraltete Technik investiere. Auch reizen mich Playstation 3, Nintendo Wii und/oder Microsoft Xbox 360. Allen Systemen ist eins gemein: Vom BluRay-Player bis hin zu den Konsolen nutzen alle HDMI als Anschluss, wobei derartig moderne Anschlussmöglichkeiten selbstverständlich an meinem Fernseher nicht vorhanden sind.

Umso mehr freute mich, daß Sony einen verhältnismäßig einfachen und bezahlbaren BluRay-Player auf den Markt gebracht hat, der auch analoge Composite-Ausgänge hat. Seit heute steht also der Sony BDP-S185 bei mir daheim sowie zwei BluRay-Discs, die ich mir dazubestellte. Laut Recherche im Internet sollte diese Kombination auch problemlos funktionieren, wobei dort vermutlich nicht mit derart veralteter Technik getestet wurde, wie ich sie hier noch stehen habe. Alle Funktionen funktionieren einwandfrei, sogar die Youtube-Wiedergabe übers Netzwerk läuft in erträglicher Qualität. Ausgerechnet die BluRay-Discs werden jedoch nur schwarz-weiß wiedergegeben, ähnlich wie NTSC-Codierte DVDs mit meinem DVD-Player.

Kurze Info zu dem BluRay-Player: Der Sony BDP-S185 hat als Anschlüsse rückseitig den erwähnten Composite-Video Ausgang, zwei analoge Audioausgänge über Chinch, einen digitalen Audioausgang über Chich sowie einen HDMI-Anschluss und einen Netzwerkanschluss (100MBit/s Ethernet). An der Front ist eine USB-Buchse für Wiedergabe von einem USB-Stick. Die Menüführung ist änlich der von der PS3. Das Gerät ist recht klein und die Bedienelemente am Gerät beschränken sich auf vier Knöpfe (Power, Play, Stop und Eject) auf der Oberseite. Im BluRay-Betrieb dröhnt das Laufwerk leise, was sich aber mittlerweile etwas gelegt hat. Bei DVDs hört man von dem Gerät nichts.
Bei Anschluss ans Ethernet holt sich der Player brav seine Netzwerkinfos via DHCP und schlägt auch gleich ein Systemupdate vor. Youtube, diverse andere Streaminganbieter, Internetradio etc. werden im Menü angeboten. Eine Verbindung mit meinem UPnP-Server hat das Gerät von sich aus noch nicht aufgebaut, das muss ich mir aber nochmal im Detail anschauen.

Letztlich ist genau dieses „Problem“ nun der Grund, warum ich mich in der nächsten Zeit nach einem TFT-Fernseher umschauen werde. Die Marke steht fest, es wird ein Gerät von Samsung werden, da ich mit Bildschirmen von Samsung bislang nur die besten Erfahrungen sammeln konnte. Größe und Modell werde ich in der nächsten Zeit abstecken, spielt doch auch der Preis für das Gerät durchaus eine Rolle.